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© Photo: Ralph Larmann


30 | 05 | 2017

MA erneut beim Eurovision

88.466 Parameter in Summe gesteuert

42 Länder traten beim diesjährigen Eurovision Song Contest in Kiew im International Exhibition Center gegeneinander an und wetteiferten neben ihren Songs mit ausgefallenen Kostümen, fantasievollen Auftritten und vielen Effekten um den Sieg bei diesem weltweit größten TV-Ereignis.

Wie in der Vergangenheit bestand der Wettbewerb auch dieses Mal wieder aus zwei Semi-Finalen und dem Finale. Neben den 2.500 Gästen in Kiews verfolgten rund 200 Millionen Zuschauer den Eurovision am Bildschirm. Das Production Design stammte aus der Feder von Florian Wieder, der eng mit Lichtdesigner und DOP Jerry Appelt sowie dem technischen Team des Produktionsleiters Ola Melzig zusammenarbeitete.

MA Lighting lieferte erneut eine Steuerungslösung, die vorrangig wegen ihrer Leistung, Flexibilität und Stabilität ausgewählt wurde und mit der 1.816 konventionelle und LED-Fixtures angesteuert wurden sowie die LED-Video-Screen auf der Bühne. In Summe waren 12 x grandMA2 Pulte in die Show eingebunden: 8 x grandMA2 full-size und 4 x grandMA2 light sowie 1 x dot2 core.

Fünf Pulte waren aktiv in der Show und wurden bedient von Raphael Demonthy (Main Showlight Operator), Raphael Grebenstein (Audience Lights), Markus Ruhnke (TV Lights), Thorsten „Icke“ Berger (Follow Spot Caller) und Sebastian „Huwi“ Huwig (Playback Video).

Ein Pult wurde von Jack Collins genutzt, der als Freelancer für PRG Germany arbeitete und sich in der Show um das Netzwerk kümmerte. Für diese Aufgabe nutzte er Paessler PRTG Software, mit der er das gesamte Netzwerk für die Bereiche Licht und Video überwachte.

Eine weitere grandMA2 wurde von der schwedischen Delegation verwendet, um Laufbänder und deren zugehörige LED-Beleuchtung zu steuern und eine weitere grandMA2 war als Back-up-Pult vorgesehen. Über die dot2 wurden alle Pyrotechnik Cues, die Marku Aalto erstellt hatte, getriggert.

Des Weiteren waren 25 x MA NPU (Network Processing Unit), 17 für das Licht, drei für den Bereich Video, zwei aktiv aber nicht in der Session und drei als Back-up, in das Netzwerk eingebunden. 30 x MA 8Port Nodes, 5 x MA 3D Stationen, 4 x grandMA2 fader wing und 16 x Video-Server ergänzten dieses Set-up.

Das grandMA2 System wurde von Matthias Rau, Gaffer und Lighting Technical Manager, spezifiziert, und umfasste eine maximale Anzahl von 31 x MA Klasse 1 Netzwerkprodukten (Pulte und MA NPU) sowie die MA Nodes und MA 3D. In Summe wurden über dieses Netzwerk 88.466 Parameter gesteuert. 18.536 Cues umfasste das finale Showfile, gepatcht auf 226 Universen.

Fünf Data Cities (DCs) waren installiert, zwei in der Arena – eine am FOH unterteilt in rechts und links, jeweils eine rechts und links der Bühne und eine hinter der Bühne, alle verbunden über drei Glasfaserringe und alle im RLinkX Modus für vollständige Redundanz.

Der erste Ring war dabei ausschließlich für das MA-Net2 Protokoll reserviert. Der zweite Ring umfasste das MA-Net2 und das „Funny Net“ und Ring drei war ausschließlich für das „Funny Net“ vorgesehen, das alle VLANs, Art-Net, Schnick Schnack Net, Internet und weitere fremde VLANs umfasste.

Data Ciy 1 und 2 waren identisch aufgebaut, links und rechts der Bühne platziert und verarbeiteten die gesamten Daten und Stromversorgungen für die gesamte Bühne, wobei bei Data Cities jeweils den ihnen zugeordneten Bereich der Bühne (links bzw. rechts) versorgten. LX1, eine von 40 Traversen für das Licht, mit dem Spitznamen „Bienenkorb“ bildete das zentrale Element über der Bühne und bestand aus 56 MagicPanel FX sowie 40 Hybrid-Moving Lights, die über Data City 3 hinter der Bühne versorgt wurden. Auch alle am Boden platzierten Fixtures und eine 39 x 9 Matrix aus 24-Pixel LED-Strobes wurde darüber versorgt. Alle Traversen über dem Publikum, mit ihren 595 Fixtures, bezogen ihre Daten aus den Data Cities 4 und 5 am FOH.

24 x MagicPanel FX waren in die Vorderseite der Bühne eingebaut und über Art-Net verkabelt, um DMX-Kabel zu reduzieren. Zusätzliche 2.500 LED-Streifen waren im Bühnenbogen installiert sowie in den Bühnenstufen und im Boden. Auch die Sitzecken der Delegationen waren von LED-Kreisen umgeben – in Summe waren diese 600 Meter lang und in das „Funny Net“ eingebunden.

PRTG spielte bei der Überwachung des Netzwerks und der zugehörigen Hardware eine fundamentale Rolle. Collins konnte darüber Unregelmäßigkeiten überprüfen und Probleme schnell und effizient identifizieren.

„Was auch immer die Anforderungen an das MA System sind, es gibt immer einen Weg, diese umzusetzen – und das oft auch auf mehreren Wegen“, erklärte Collins und ergänzte: „Für mich als Control Systems Engineer war es großartig zu sehen, was alle Parteien im Netzwerk aktuell machen und wie stabil das Netzwerk läuft. Darüber hinaus konnte ich in die Historie sehen, um nachzuvollziehen, wer, was, wann gemacht hat. Das war extrem hilfreich bei fünf Operatoren.“

Der Eurovision Song Contest wurde unter der Regie von Ladislaus Kiraly von der National Public Broadcasting Company of Ukraine (UA:PBC) übertragen und von der European Broadcasting Union (EBU) produziert.

Salvador Sobral aus Portugal gewann den ESC mit seinem Song „Amar pelos dois“ und holte damit den Sieg zum ersten Mal in 53 Jahren nach Portugal.

PRG Germany stattete den ESC mit Licht- und Video-Equipment aus. Im Bereich Licht gab es eine Zusammenarbeit mit Litecom aus Dänemark. Das Unternehmen lieferte die grandMA2 Hardware sowie die Netzwerk-Infrastruktur.

Fotos: © Photo: Ralph Larmann

Eingesetzte Produkte:

8 x grandMA2 full-size
4 x grandMA2 light
4 x grandMA2 fader wing
25 x MA NPU (Network Processing Unit)
30 x MA 8Port Nodes
1 x dot2 core